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Ich will, was es zu “Papyrus“ zu sagen gibt, auf einen einfachen Nenner bringen: In meinen Augen ist das die Textverarbeitung für Autoren schlechthin. Weswegen ich damit arbeite.

Was macht "Papyrus" zu etwas Besonderem? Allgemein, dass in diesem Programm Dinge zu Ende gedacht sind, die andere Programme nur anreißen.

Zum Beispiel die Rechtschreibkontrolle. "Papyrus" hat schlicht und einfach den DUDEN Korrektor integriert: Das ist in Sachen Rechtschreibkorrektur ein Unterschied wie Tag und Nacht. Dagegen sind alle anderen Rechtschreibkorrekturen – sei es Word, Open Office oder Mac OS/X – nur Amateurliga.
 
Bisher habe ich (und ich weiß, dass es den meisten Autoren so geht) die Rechtschreibkontrolle in Textprogrammen immer ignoriert oder, wenn es ging, abgeschaltet, denn wenn da ein Fehler angemahnt wurde, war es praktisch immer so, dass sich die Rechtschreibprüfung irrte, nicht ich – während die Fälle, in denen ich mich irrte, unbemerkt blieben. Seit ich mit Papyrus schreibe, achte ich zum ersten Mal darauf, was unterkringelt wird, und meistens stelle ich fest: Das Programm hat recht! (Man kann verschiedene Normen einstellen – alte Rechtschreibung, konservative, progressive, Dudenempfehlung usw.) Und es ist unglaublich, was das Programm an Wörtern kennt! DUDEN eben. (War die Welt nicht besser, als sich einfach nur die DUDEN-Redaktion um die deutsche Sprache gekümmert hat? Aber hallo.)
 
Übrigens hat R.O.M. logicware – die Firma, die “Papyrus“ macht –, diese Fehlerkennzeichnung per Unterkringelung, die man heutzutage überall hat, erfunden. Vielleicht kein Zufall.

Und so geht das weiter. "Papyrus" hat eine Menge Features, die man sonst nirgends findet.

Zum Beispiel ein Klemmbrett neben dem Text: Da kann man Textpassagen, von denen man merkt, “oh, die sind an der Stelle noch zu früh“, ablegen zur späteren Verwendung – einfach markieren, rüberziehen, und schon sind sie angepinnt. Später zieht man sie genauso simpel wieder in den Text rein. Ich weiß gar nicht, wie ich je ohne das ausgekommen bin. Beliebig viele, beliebig große Textpassagen sind möglich. Ein ganzes Kapitel mal eben zwischenlagern? Kein Problem. Auch Notizzettel lassen sich anbringen, wahlweise auf dem Klemmbrett (wo sie immer sichtbar sind – ideal z.B. für Listen von Dingen, die noch passieren müssen im Roman) oder neben dem betreffenden Text am Rand (wie ein "Post-It" ungefähr). Daran gewöhnt man sich schnell, was man vor allem daran merkt, dass einem diese beiden Funktionen sofort fehlen, wenn man mal mit einem anderen Programm arbeitet.

Oder die Funktion “Text mumifizieren“: Oft ist man sich in der Überarbeitungsphase nicht sicher, “gehört der Satz/Abschnitt/das Wort rein oder besser nicht?“ In Papyrus braucht man es nicht herauszulöschen, man kann es einfach “mumifizieren“. Dadurch verschwindet die Passage – und wenn man merkt, oh, war anders doch besser, holt man sie einfach wieder zurück!

So “Kleinigkeiten“ wie eine intelligente Leerzeichenkontrolle beim Einfügen von Texten: Dass da eben nicht auf einmal zwei Leerzeichen sind und auf der anderen Seite keines. Wenn man eine Weile damit gearbeitet hat und dann wieder in einem anderen Textprogramm unterwegs ist, merkt man erst, wie einen die diesbezügliche Dummheit aller anderen Programme immer genervt hat.

Oder einen Thesaurus, den man selber ergänzen kann! (Was das für ungeahnte Möglichkeiten bietet, will ich irgendwann in einem eigenen Artikel erläutern.)

Nebenbei stellt "Papyrus" eine komplette Office-Suite dar: In seinen Tabellen kann man rechnen wie in Spreadsheet-Programmen, es gibt eine integrierte Datenbankfunktion usw. Ich habe gehört, dass es Leute gibt, die ihre komplette Firma damit organisieren, von Kundendatenbank über Angebotskalkulationen bis zur Geschäftskorrespondenz – nicht uninteressant, da ja auch ein Schriftsteller nebenbei eine Art Kleinunternehmen ist, aber diesen ganzen Bereich muss ich erst noch erforschen, ehe ich selber was dazu sagen kann.

Was noch? "Papyrus" ist schnell – ob zehn oder tausend Seiten, das macht fast keinen Unterschied. Es ist außerdem, was man im Englischen so schön rock-solid nennt: Es stürzt so gut wie nie ab, speichert automatisch zwischen und rennt und rennt und rennt. Es exportiert PDF, Word-DOC, HTML und noch ein paar andere Formate, importiert die natürlich auch; manche Leute, habe ich gehört, erzeugen mit "Papyrus" Druckvorlagen für Bücher, die anstandslos direkt in die Maschine gehen können. Inhalts-, Stichwort-, Literaturverzeichnisse kann man erstellen, Serienbriefe, Fußnoten, Endnoten, interne Hyperlinks, externe Hyperlinks... Was man halt so hat heutzutage.

der_hammer
Der eigentliche Hammer aber ist die Version "Papyrus Autor", die sich speziell an Autoren richtet und mittlerweile in der Version 7 verfügbar ist.

Ein Teil der Funktionalität dieses Programms, das darf ich so sagen, geht auf meine Vorschläge zurück. Wichtigste – und, soweit ich das sehe, weltweit einzigartige – Funktion ist, dass "Papyrus Autor" eine Stilanalyse-Funktion enthält, die im Wesentlichen eine automatisierte Umsetzung meiner "10-Punkte-Text-ÜV" ist und damit diese Methode weitaus leichter einsetzbar macht als wenn man sie von Hand durchführt.

Es gibt eine erweiterte Gliederungsübersicht mit Markierungsmöglichkeiten wie "Szene fertig" oder "hier noch überarbeiten". Es gibt ausgefeilte Statistikfunktionen sowie eine einstellbare Fortschrittsanzeige (ein Balken in der Statuszeile, der einem normalerweise anzeigt, dass man mit seinem Roman hinter dem Zeitplan zurück ist :-D ). Seit der Version 2 gibt es auch eine mit Word kompatible Änderungsverfolgung (was für den professionellen Einsatz unentbehrlich ist).

Weitere pfiffige Erweiterungen, die nicht auf mich zurückgehen, die ich aber gerne nutze: Man kann gelungenen Textpassagen nun den Status "geschützt" zuweisen und sie so vor versehentlichen Änderungen bewahren, und man kann seinen Text, egal in welcher Formatierung man ihn schreibt (und jeder Autor hat da seine eigenen Marotten!) per Klick auf einen Button automatisch in Normseiten umwandeln lassen, ehe man seinen Lektor oder sonst jemanden damit behelligt. (Wobei die Originaldatei unverändert bleibt, die Fassung im Normformat ist eine Kopie. Und falls einem irgendein Detail des Normseitenformats nicht gefällt, kann man es auch ändern.)

Natürlich kostet das Programm Geld. Auch Softwareentwickler müssen leben. Aber bekanntlich spart man am falschen Ende, wenn man an seinem Werkzeug spart. Und viel Werkzeug braucht man nicht als Autor. Aber man braucht ein paar spezielle Sachen (mit denen man im normalen Bürobetrieb eher nichts anfängt), und das, was man braucht, muss funktionieren. Und das tut es hier.

"Papyrus" gibt es für Windows und Mac (mit Einschränkungen auch für OS/2; eine Linux-Version ist in Arbeit); das Programm ist so handlich, dass es von einem USB-Stick läuft (man kann es also immer am Schlüsselbund mit sich tragen), aber man braucht natürlich keinen USB-Stick; im Normalfall installiert man es einfach auf der Platte. Auf der Website www.papyrus.de findet man eine Demoversion, mit der man zeitlich unbegrenzt (begrenzt ist die Zahl der Seiten, die man damit ausdrucken kann) ausprobieren kann, wovon ich hier rede.