Die Zombie-Maschinen...

Ein knappes Jahr ist es her, dass das Bundesverfassungsgericht den Einsatz von Wahlcomputern – zumindest der gegenwärtig verfügbaren Bauarten – untersagt hat. Die niederländische Firma NEDAP, Hersteller der von dem Urteil betroffenen Geräte, hat, so liest man, dieses mittlerweile defizitäre Geschäftsfeld aufgegeben und konzentriert sich wieder auf die Herstellung von Warensicherungs- und Zugangskontrollsystemen.

Das Aus für Wahlcomputer, sollte man meinen.

Doch irgendwie sind die Dinger nicht totzukriegen. Zu stark ist heutzutage eine Manie, die dem Motto zu folgen scheint: "Warum etwas ganz einfach mit einem Stück Papier erledigen, wenn man es auch umständlicher, teurer und fehleranfälliger mit Hilfe eines Computers tun kann?" Als ich in meinem Roman "Ein König für Deutschland" am Schluss beschreibe, wie nach ein paar Jahren doch wieder versucht wird, Wahlcomputer einzuführen, erschien mir das beinahe gewagt – doch nun kommt es in der Realität noch schneller: "Wahlcomputer vor dem Comeback" meldet Heise online auf den Tag vier Monate nach dem offiziellen Erscheinungstermin meines Romans...

Was lehrt uns das?

Zumindest, dass Romane die Welt nicht verändern können...

(Vielen Dank auf diesem Wege allen, die mich auf diese Meldung aufmerksam gemacht haben!)